Beispiele nationaler und internationaler Kampagnen
Was kann ich für Ökologie und soziale Arbeitsbedingungen tun?
BANANEN / Chiquita / Gewerkschaften / Mittelamerika
Chiquita kündigt Arbeiter nach Pestizid-Arbeitsunfall
Am 16. April 2007 um 5 Uhr morgens begannen Alexander Reyes und Marco Gónzalez auf der Chiquita-Plantage Coyol in Costa Rica mit dem Schneiden von Bananenbüscheln. In der Nähe verrichteten zwei Kollegen andere Feldarbeiten.
Nach eineinviertel Stunden Arbeit erschien ohne Vorwarnung eine Gruppe Arbeiter, die ein Wurmgift auf dem Boden um die Bananenstauden ausbrachten. Es war Carbofuran, ein Nematizid der zweithöchsten toxischen Gefahrenstufe für Pestizide. Nach keiner Seite gab es einen Ausweg: Überall war bereits Nematizid. Alexander Reyes protestierte gegen die Gesundheitsgefährdung durch die hochgiftige Substanz. Kurz darauf spürte er Kopfschmerzen, Luftnot, Benommenheit und Brechreiz. Er meldete sich bei seinen Vorgesetzten in der Packstation. Sie gaben ihm einen halben Liter Milch und den Rat, zu Hause auszuruhen und Zuckerwasser zu trinken. Einer der zwei Landarbeiter, Jaime Blanco, arbeitete noch zwei Stunden weiter. Dann überkamen auch ihn Brechreiz, Kopfschmerzen und Benommenheit. Ein Vorgesetzter brachte ihn in die Klinik, wo
er fünf Stunden mit einer Infusion unter Beobachtung blieb.
Alexander Reyes gehört der Gewerkschaft Sitagah an, die den Vorfall publik machte: Grundlegende Sicherheitsvorkehrungen waren vom Unternehmen nicht beachtet worden. Vier Wochen später kündigte das Plantagenunternehmen Alexander Reyes und Marco González wegen "freiwilligem" Betreten pestizidbehandelter Plantagengebiete. Auf Protestschreiben der Gewerkschaft und von BanaFair antwortet Chiquita, kein Arbeiter hätte Gesundheitsschäden durch das Nematizid erlitten und alle Sicherheits- und Warnvorschriften wären eingehalten worden.
Die Klinikeinlieferung von Jaime Blanco wurde zunächst verschwiegen. Ein Schlichtungsverfahren des Arbeitsministeriums scheiterte bisher an der Unnachgiebigkeit von Chiquita. Sitagah hat beim Arbeitsgericht Klage auf Kündigungsrücknahme erhoben.
BanaFair hat sich auf Ersuchen der costaricanischen Gewerkschaften des Falles angenommen. Auch unsere Partnerorganisationen Peuples Solidaires in Frankreich und Banana Link in Großbritannien haben Protestaktionen gestartet.
Links:
www.labourstart.org
www.banafair.de
ONLINE KAMPAGNIEN FUNKTIONIEREN: CHIQUITA GIBT NACH
Am 18 Mai berichteten wir euch über zwei Kollegen in Costa Rica, denen gekündigt wurde weil sie sich darüber beschwert hatten, dass sie bei der Bananenernte mit Pestiziden besprüht wurden. Ihr habt 3.437 Mal bei der Firma protestiert. Und viele von Euch erhielten eine Antwort von Manuel Rodrigues, dem Stellvertretenden Generaldirektor von Chiquita. Er weist darauf hin, dass Verhandelungen mit der IUF (dem zuständigen Gewerkschaftsbund) im Gange sind, mit dem Ziel die beiden Entlassenen wiedereinzustellen und die Probleme zu bereinigen. Der Druck der IUF, anderer Gewerkschaften aus dem Sektor Nahrungsmittel weltweit, und Tausende von Einzelnen, wie Dir, hat gewirkt. Wir haben etlichen Bananenarbeitern das Leben gerettet.
Kampagne: Regenwaldabholzung / Robin Wood / Palmölproduktion / Kredite BRD
Antwort Deutsche Bank auf Unterschriften-Aktion
Sehr geehrte Damen und Herrn,
vielen Dank für Ihre Anfrage zum Projekt Blockheizkraftwerk Saarhafen Saarlouis-Dillingen vom 14. Mai 2007, in der Sie uns um Informationen bitten, ob eine Beteiligung der Deutschen Bank vorliegt.
Als weltweit tätiger Finanzdienstleister ist sich die Deutsche Bank der möglichen Auswirkungen bewusst, die ihre geschäftlichen Aktivitäten im Bezugsfeld Nachhaltigkeit haben können. Nachhaltigkeitsfragen werden daher im Rahmen unseres bis 2008 zertifizierten Sustainability Management Systems berücksichtigt, und bei bestimmten Entscheidungen führen wir eine umfassende Risikoanalyse in Bezug auf die Nachhaltigkeit aus. Nachhaltigkeitskriterien sind von zentraler Bedeutung für unsere geschäftliche Tätigkeit und integraler Bestandteil der Identität der Bank.
Auf der Grundlage der United Nations Environmental Programme-Erklärung und der 10 Prinzipien des UN Global Compact wurden Prinzipien für die Nachhaltigkeitspolitik der Deutschen Bank weiter entwickelt. Die Deutsche Bank hält sich dabei nicht nur an nationale Gesetze und Vorschriften, sondern auch an die einschlägigen Leitlinien internationaler Organisationen wie z.B. der UNO und der Weltbank.
Im vorliegenden Fall ist zu berücksichtigen, dass Blockheizkraftwerke mit Bioölen betrieben werden müssen, um nach dem deutschen Energie-Einspeisungs-Gesetz (EEG) gefördert zu werden. In diesem Projekt wird insbesondere die nachhaltige Produktion der Pflanzenöle beachtet. Daher wird auf die Expertise des WWF in enger Zusammenarbeit zurückgegriffen.
Der WWF hält es langfristig für entscheidend, dass im Rahmen eines internationalen Multi-Stakeholderprozesses global anzuwendende Nachhaltigkeitsstandards für die Produktion und Nutzung von Bioenergie verabschiedet werden. Der WWF hat gemeinsam mit Unternehmen des Palmölsektors, Lebensmittelkonzernen, Banken sowie Vertretern der Zivilgesellschaft den Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) ins Leben gerufen. In einem ersten Schritt wurden unter Beteiligung aller Akteure die Prinzipien und Kriterien des RSPO entwickelt und 2005 verabschiedet. Diese Richtlinien schreiben vor, dass neben ökologischen auch sozialen Mindestbedingungen erfüllt werden müssen (siehe auch WWF-Studie "Ökologische Auswirkungen der energetischen Nutzung von Palmöl").
Die Deutsche Bank wird daher für eine Finanzierung nur zur Verfügung stehen, wenn sichergestellt werden kann, dass die Pflanzenöle ausschließlich aus nachhaltiger Pflanzenölproduktion stammen.
Mehr Informationen erhalten Sie unter
www.deutsche-bank.de/csr (insbes. hier der CSR-Report mit integriertem Nachhaltigkeitsbericht) und unter
www.umwelt.deutsche-bank.de.
Mit freundlichen Grüßen
Deutsche Bank
Dr. Ronald Weichert Hanns Michael Hölz
Link:
www.robin-wood.org
Palmöl-Projekt auf Papua-Neuguinea gestoppt!
60.000 Hektar Regenwald mit einzigartigen Tieren und Pflanzen sollten für Palmöl-Plantagen auf der Insel Woodlark geopfert werden. Dank weltweiter Protest hat der Landwirtschafts-Minister von Papua, John Hickey, das Projekt gestoppt. Die Anpflanzung von Palmöl hätte fast den gesamten noch intakten Flachland-Regenwald der Insel und damit eine atemberaubende Artenvielfalt zerstört. An der weltweiten Protestaktion haben sich allein über die Homepage von "Rettet den Regenwald" seit Anfang Januar 2008 binnen zehn Tagen fast 8500 Menschen beteiligt.
Ein interner Bericht der EU-Kommission stellt den europäischen Agrarsprit-Plänen ein vernichtendes Zeugnis aus. Der brisante Bericht warnt vor der Zerstörung von Regenwäldern, Feuchtgebieten und Savannen und katastrophalen sozialen Folgen, wenn die EU ihr Agrarsprit-Ziel verwirklichen würde. Am 23. Januar 2008 will die EU-Kommission ihr Klima- und Energiepaket vorstellen. Fordern Sie von der EU-Kommission noch heute einen sofortigen Importstopp für Agrartreibstoffe!
Mehr Infos und einen Musterbrief finden Sie auf
www.regenwald.org